Der Trinkgeldknigge – eine Hilfe für Urlauber

Das Essen war vorzüglich, die Bedienung zuvorkommend. Sie verlangen nach der Rechnung, die Sie bar oder per Kreditkarte begleichen. Aber wie ist es mit dem Trinkgeld? Über die Höhe des zusätzlichen Obolus für den Kellner scheiden sich oft die Geister. Und wie danken Sie dem Zimmermädchen im Hotel für ihre Dienste oder dem Pagen, der Ihr schweres Urlaubsgepäck in Ihr Zimmer schleppt? Besonders im Ausland ist die Sache mit dem Trinkgeld eine Wissenschaft für sich. Welche Regelungen gibt es in anderen Ländern? Hier ist ein Trinkgeldknigge hilfreich.


Was verstehen wir unter einem Trinkgeld?

„Trinkgeld ist ein Geldbetrag, den ein Dritter ohne rechtliche Verpflichtung dem Arbeitnehmer zusätzlich zu einer dem Arbeitgeber geschuldeten Leistung zahlt“ (§ 107 Abs. 3 der Gewerbeordnung von 2005). Also sind Sie als Restaurant- oder Hotelgast mit der Zahlung eines Trinkgeldes mitverantwortlich für den Verdienst der Servicekräfte? In der Tat erhalten Bedienstete in der Gastronomie, im Hotelgewerbe oder in anderen Servicebereichen in vielen Ländern lediglich einen Hungerlohn, sodass das Trinkgeld, in anderen Staaten auch als Tip, Schmattes, Bakschisch, Service Charge, Poirboire bekannt, als zusätzliches Gehalt gern gesehen ist. Ein Trinkgeld soll vor allem eine Anerkennung für guten Service sein. Sie stecken dem Kellner, der Sie hervorragend bedient hat, also gern einen zusätzlichen Obolus zu. Aber haben Sie um Himmels willen kein schlechtes Gewissen, wenn in Ihrem Portemonnaie mal Ebbe herrscht. Das Trinkgeld ist eine freiwillige Leistung. Sie sind nicht dazu verpflichtet, das Gehalt der Servicekraft aufzubessern, das soll gefälligst der Arbeitgeber tun. 


Wie viel Trinkgeld wird erwartet?

In einigen Ländern wie in Belgien und Portugal ist das Trinkgeld schon in die Rechnung integriert. Sie können hier den Betrag aufrunden, wenn Sie besonders zufrieden waren. In südlichen Regionen wird meist ein höherer Tip erwartet als im Norden. Aber in der Regel ist in Europa und auch in den meisten außereuropäischen Staaten ein Trinkgeld in Höhe von 10 Prozent der Rechnungssumme angemessen. Aus der Reihe tanzen die USA. Hier herrscht sogar eine Trinkgeldpflicht von 15 bis 20 Prozent in Gastronomiebetrieben und bei der Beförderung mit einem Taxi 15 Prozent pro Fahrt. Sind die Arbeitgeber so arm, dass sie ihre Mitarbeiter nicht anständig vergüten können? Aber nicht überall setzt man auf die Großzügigkeit der Kunden. In Japan gilt die Zahlung eines Trinkgelds sogar als Beleidigung. Und in Dänemark, Norwegen und Finnland ist es nicht üblich, einen zusätzlichen Obolus für Dienstleistungen zu errichten.


Der Trinkgeldknigge – die Rettung aus dem Trinkgeld-Wirrwarr

Als potenzieller Urlauber sollten Sie sich also nicht nur mit der Wahl Ihres Urlaubsortes und der Suche nach einem geeigneten Hotel beschäftigen, Sie sollten vor allem die Gepflogenheiten des Landes, das Sie besuchen möchten, studieren. Und hierzu gehören auch die Trinkgeldsitten. Wie belohnen Sie den Taxifahrer, der Sie schnell und sicher in Ihr Hotel bringt? Welchen Geldbetrag stecken Sie dem Pagen zu, der Ihnen Ihr gesamtes Gepäck abnimmt und auf Ihr Zimmer trägt? Welche Anerkennung verdient das nette Zimmermädchen, das jeden Morgen Ihr Hotelzimmer in Topform bringt? Und wie viel Trinkgeld geben Sie dem freundlichen Kellner, der pünktlich und zuverlässig Ihre Wünsche erfüllt? Befragen Sie im Internet den Trinkgeldknigge. Er hilft Ihnen, sich richtig zu verhalten. 

Und wenn der Taxifahrer nun unnötige Umwege fährt, Sie mürrisch und unwillig am Hotel absetzt, wenn der Page sich weigert, Ihr Gepäck auf Ihr Zimmer zu schleppen, das gar nicht so nette Zimmermädchen schlampig arbeitet und der Kellner Ihre Bestellung vergisst – was dann? Ja, dann können Sie ohne Skrupel das Trinkgeld verweigern.